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Kindergarten
Seit fünf Jahren wird in unserem Kindergarten mit FAUSTLOS gearbeitet. Als ich davor die Kindergruppe von drei- bis sechsjährigen Mädchen und Buben übernahm, beobachtete ich, dass einzelne Kinder zu aggressivem und impulsivem Verhalten neigten. Wutausbrüche und andere, für das Gruppenklima belastende Verhaltensweisen, standen auf der Tagesordnung. Ich ersuchte um Unterstützung, damit ich die Gruppensituation für alle Kinder entspannter und friedlicher gestalten konnte. Die Kindergartenleiterin machte mich auf das Projekt FAUSTLOS aufmerksam. Während des Kurses bemerkte ich rasch, dass dieses Programm wie geschaffen für die Kinder meiner Kindergartengruppe war. Deshalb machte ich mich zügig an die Umsetzung. FAUSTLOS ist in Lektionen zu drei Themenbereichen gegliedert: Förderung der Empathie, Impulskontrolle sowie Umgang mit Wut und Ärger. Jedes Kapitel umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Lektionen. Die Anweisungen in den Büchern sind klar und einfach. Zu Beginn jeder „Lektion“ gibt es eine Übersicht, einige Schlüsselbegriffe werden angeführt. Die Arbeitsmaterialien (Bildkarten im Format A3, die Handpuppen Willi und Schneck, sowie ein Anweisungsbuch und ein Handbuch) werden in einem Koffer aufbewahrt.
In der ersten „Lektion“ zur Empathieförderung werden Gesprächsregeln vereinbart und eine „Sitzordnung“ in Form eines Halbkreises festgelegt. Die Kinder ließen sich sehr gut auf das Programm ein und die positiven Auswirkungen bemerkten auch Außenstehende, wie an den Reaktionen von Kolleginnen und Eltern zu erkennen war. Nach diesem Einstieg war ich bestärkt, dieses Projekt fortzuführen. Woche für Woche erarbeiteten wir in Kleingruppen Lektionen zur Förderung der Empathie. Ich hatte zunächst Bedenken, ob auch junge Kinder, oder jene mit Deutsch als Zweitsprache, den Inhalten überhaupt folgen können. Es stellte sich heraus, dass alle Kinder wöchentlich ihren Wortschatz erweiterten, da Schlüsselbegriffe der einzelnen Lektionen in die Alltagssprache übernommen wurden. So konnten Kinder einander sehr bald sagen, was sie fühlten und verstanden es auch, sich in die Lage von anderen zu versetzen. Nachdem die Einheit zur Förderung der Empathie abgeschlossen war, stellten wir im Verhalten der Kinder auffällige Veränderungen fest. Die Gesprächsregeln wurden von den Kindern eingehalten und junge Kinder setzten sich mit Hilfe dieser Regeln gekonnt gegen dominantere Kinder durch: Eines Tages wollte ein Bub im Morgenkreis etwas sagen und keines der anderen Kinder schenkte ihm seine Aufmerksamkeit. Daraufhin stand er auf, stemmte die Hände in die Hüften und sagte: „Keiner schaut mich an!“ Alle waren verblüfft und richteten ihre Aufmerksamkeit auf ihn. Er setzte sich zufrieden und erzählte nun, was er zu sagen hatte.
Das Senden von „Ich-Botschaften“ fällt Kindern nun leichter: Zwei dreijährige Mädchen hatten eine Auseinandersetzung, wobei ein Mädchen weinte, weil das andere eine Zeichnung wegwerfen wollte, die es von ihm geschenkt bekommen hatte. Das weinende Mädchen sagte mehrmals deutlich: „Ich mag nicht, dass du sie wegwirfst, die habe ich dir geschenkt!“ Die andere reagierte mit den Worten: „Na gut, dann geb’ ich sie halt in meine Lade.“ Das zeigt, dass FAUSTLOS auch von jungen Kindern angenommen und umgesetzt werden kann. In den Lektionen der „Impulskontrolle“ erlernen die Kinder Strategien, wie sie an ein Problem herangehen und zu einer zufriedenstellenden Lösung kommen können. Die Kinder erfassen rasch, dass das Anwenden körperlicher Gewalt eine gefährliche, unfaire oder für niemand zufriedenstellende Lösung ist.
Im Verlauf des Projektes erarbeitet die Gruppe, dem Alter entsprechende Möglichkeiten, einen Konflikt z.B. durch Verhandeln, Tauschen, Abwechseln … zu lösen. Es handelt sich bei allen Optionen um solche, die mit den Kindern im Gespräch zustande kommen und auf ihre Tauglichkeit hin geprüft werden. Die fünf Schritte des Problemlösens lauten in den Arbeitsunterlagen: 1) Was ist das Problem? 2) Was kann ich tun? 3) Ist die Lösung fair? 4) Entscheide dich für eine Lösung, probiere sie aus! 5) Klappt es? Diese Schritte wurden bei uns rasch hintereinander erarbeitet und mittels Poster und Zeichnungen in der Gruppe aufgehängt. Ich konnte beobachten, wie einige Kinder diese Poster in Konfliktsituationen zu Hilfe nahmen. Oft standen die Kinder vor den Bildern und diskutierten über das Problem und über mögliche Lösungen. Interessant war, dass impulsives Verhalten bereits zu diesem Zeitpunkt stark reduziert schien. Die Kinder hatten mittels dieser Plakate ein Werkzeug gefunden, aggressive Impulse abzulegen und stattdessen ihre Sprache zur Lösung der Probleme einzusetzen. Allein die Einigung, gemeinsam zu den Plakaten zu gehen und der Weg bis dorthin genügte den Kindern oft, um einen Konflikt zu entschärfen. Es ergab sich auch, dass sich um die KontrahentInnen ein Diskussionsforum bildete, und mehrere Kinder zur Lösung eines Konfliktes beitrugen. Das Rollenspiel ist in dieser Phase ein wichtiges Medium. So wie in Gesprächsrunden werden, unabhängig von einer tatsächlich impulsiven Situation, einzelne Möglichkeiten, auf die Kinder in Konfliktsituationen zurückgreifen können, erspielt. Ich habe im Alltag beobachtet, dass Kinder allein durch dieses Spielen den tatsächlichen Konflikt nicht mehr wichtig nehmen, sondern stattdessen gemeinsam lachend eine neue Spielsituation beginnen können.
Im letzten Kapitel „Umgang mit Wut und Ärger“ werden Beruhigungstechniken vorgestellt. Auch in diesem Abschnitt geht es um unterschiedliche Verhaltensmuster, die kennengelernt und ausprobiert werden sollen. In den interessanten Diskussionen erzählten Kinder auch, wie sie selbst oder Familienmitglieder mit Wut umgehen – sie erkennen und reflektieren oft authentischer als Erwachsene. Einige Kinder erzählten, dass sie sich bei „Wut“ am liebsten zurückziehen. Das hilft uns im Team, die Möglichkeiten zur Entspannung bzw. zum Rückzug, auch für wütende Kinder zu reflektieren und entsprechende Freiräume einzurichten. Erst wenn das Kind ruhig ist, sprechen wir miteinander über das, was der Auslöser dieses Verhaltens war. Wir sprechen darüber, dass wir zunächst wütend sein dürfen und lernen müssen, diese Wut produktiv zu nützen, um andere nicht physisch oder psychisch zu verletzen. Auch ich in meiner Funktion als Pädagogin kann mich in diese lebhaften Diskussionen selbst einbringen, sagen, was ich gerne mag und was ich nicht mag, wodurch der Kontakt zu den Kindern intensiviert wird. Das Kindergartenteam bestärkt Kinder deutlich, wenn sie gewaltfreies Verhalten zeigen. Der Umgang der Kinder untereinander ist klar und unmissverständlich. Sie sagen einander, was sie wollen, und was sie nicht wollen. Wenn ein Kind ein anderes mit den Worten „Ich mag das nicht“ konfrontiert, hört das andere Kind – weil es sich aufgrund des Gelernten empathisch verhält – in der Regel mit dem unerwünschten Verhalten auf. Eines Tages konnte ich im Garten einige Kinder beobachten, denen es nicht gelang, eine Spielgruppe zu formieren, Rollen zu verteilen und einen Spielinhalt festzulegen. Sie beschlossen gemeinschaftlich, den Spielbereich zu verlassen, da sie „gemeinsam nicht spielen können“, es ihnen aber doch wichtig erschien, als Gruppe zu agieren. Ich half den Kindern, ihre Entscheidung auszuführen und bekräftigte sie in ihrem Entschluss, nicht zu streiten, sondern diese faire Lösung umzusetzen.
Inzwischen konnte ich über mehrere Jahre Erfahrungen mit dem Projekt sammeln und muss gestehen, dass ich vom Nutzen heute mehr den je beeindruckt bin. Wir arbeiten an unserem Standort zurzeit mit einer gruppenübergreifenden Gemeinschaft von Vorschulkindern sowie mit einer altersgemischten Gruppe an dem Programm. In beiden Verbänden zeigt sich eine Steigerung der Kommunikationsfähigkeit und Konfliktfähigkeit. Die Kinder erlernen prosoziales Verhalten, also Selbst- und Sozialkompetenz, am Modell. Eine besondere Rolle wird den Vorbildern und somit dem Team des Kindergartens zuteil. Im Verlauf des Projektes lernen alle Beteiligten ihre Umwelt positiv zu beeinflussen, und dass Gewaltvermeidung ein wünschenswertes Verhalten ist. Verhaltensmuster ändern sich und das Selbstbewusstsein wird gestärkt. Probleme der Kinder werden eigenständig und unabhängig von Erwachsenen gelöst. Kinder gehen mit Emotionen sehr offen um, benennen direkt Gefühle und Situationen, zeigen Freude und Leid gleichermaßen. Je früher Mädchen und Buben eigene Emotionen definieren lernen, sich in andere einfühlen können und gewaltfrei miteinander sprechen, desto höher ist die Chance, dass sie auf diese Optionen auch in weiteren Lebensabschnitten zurückgreifen und so mündige, selbstverantwortliche, humanistische und reife Jugendliche und Erwachsene werden.
Kindergarten der Stadt Wien
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Grundschule
Das Buch "Finn Faustlos und die Gefühle" ist eine wunderbare Ergänzung zum gleichnamigen Projekt "Faustlos". Durch die kindlich einfache und emotionale Erzählweise ist es besonders für die Kinder der 1. und 2. Klasse geeignet. Mit Finn erleben die Kinder für sie nachvollziehbare Alltagssituationen und damit die ganze Bandbreite der darin enthaltenen und entstehenden Gefühle. Mit Finn können sich die Kinder identifizieren. Sie verstehen seine Reaktion in den jeweiligen Situationen. Die in der Geschichte enthaltenen Fragen und Aufgaben bieten die Möglichkeit zum sofortigen Einstieg in das augenblickliche Geschehen und das Hineinversetzen in die entsprechenden Gefühlslagen. Die emotionale Reise mit Finn durch seine Welt (und die der Kinder), hat unseren Erst- und Zweitklässlern viel Spaß gemacht. Sie haben mit Finn gelernt, eigene Gefühle zu erkennen und zuzuordnen. Sie haben auch gelernt, Gefühle durch Mimik und Körpersprache zu zeigen. Mit Begeisterung schlüpften die Kinder in verschiedene Rollen um ihre Gefühle zu veranschaulichen. Dabei machten sie auch die Entdeckung, dass jeder gleiche Gefühle auf unterschiedliche Art und Weise zum Ausdruck bringt. Finn ist im Ausdrücken seiner Gefühle stets friedlich, also FAUSTLOS geblieben - für unsere Kinder ein Zeichen dafür, dass "faustlos" miteinander umgehen einfach COOL ist! Es sollte weitere Geschichten mit Finn geben, der älter wird, wie unsere Kinder und mit dem sich dann auch unsere Größeren in den dritten und vierten Klassen identifizieren können. Übrigens ist die Kopiervorlage mit dem Schiebebild eine gute Idee. Schnell können wechselnde Gefühle dargestellt werden. (selbst gemalt und im Rollenspiel genutzt)
Die Faustlöser der Friedensschule
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Förderschule
Gern möchten wir Ihnen unsere Eindrücke und Beobachtungen zum "Ankommen" von FINN FAUSTLOS übermitteln. Wir wendeten dieses Kinderbuch ergänzend und, nach den Sommerferien, wiederholend an. Die Anschaffung dieses lohnenden Materials ermöglichte uns der Förderverein unseres Förderzentrums.
Gerade unsere Kinder mit individuellem Förderbedarf im Lernen und/ oder im sozialen und emotionalen Verhalten finden in FINN FAUSTLOS eine Identifikationsfigur, mit deren Hilfe sie ihr Wissen um verschiedene Gefühle wiedererkennen und vertiefen können. Der Abschluss des Buches- die Bastelseite zu Gefühlsausdrücken- bietet die Möglichkeit, sich noch einmal mit den unterschiedlichen Gefühlsmimiken auseinanderzusetzen und zu reaktivieren. Besonders hilfreich in unserer Arbeit- in der Ganztagsschule- sind die Entspannungsgeschichten, die mit FINN FAUSTLOS auf Phantasiereise zu gehen- uns und unseren Kindern richtige Entspannungsmomente ermöglichen konnten. Wir wünschen uns neue Geschichten von FINN FAUSTLOS bezüglich des Umgangs mit Ärger und Wut. FINN FAUSTLOS ist für unsere Kinder schon zum Klassenkamerad geworden und dieses Thema ist unumgänglich. FINN könnte z.B. tägliche Konfrontationen aufgreifen und Lösungsmöglichkeiten anbieten. Unsere Erfahrungen mit FINN FAUSTLOS zeigen uns täglich, dass unsere Kinder besser auf eine solche Identifikationsfigur ansprechen, als auf unsere täglichen Hinweise und Ermahnungen. FINN weiß, wie man gut reagieren kann. (Was natürlich unser pädagogisches Konzept berücksichtigt, aber nicht untermalt!)
Die Arbeit mit dem Kindergartenkoffer ermöglicht es uns auch, den Entwicklungsrückständen unserer Schüler entsprechend, gewaltpräventiv zu agieren. FAUSTLOS ist fester Bestandteil unseres Stundenplans und spricht mit seinem Konzept uns und die Kinder an. Wir arbeiten gern mit diesem Konzept, weil es Erfolge sichtbar macht.
Auch für Sie und Ihre Angehörigen frohe Weihnachtsfeiertage und ein gutes neues Jahr!
Ihr FAUSTLOS- Team
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Kindergarten
Alle Mitarbeiterinnen unserer Einrichtung haben im Nov. 2004 an einer internen Fortbildung zu "FAUSTLOS" teilgenommen. Da Ihre Referentin das Projekt sehr positiv vermittelt hat, war für alle am Ende der Fortbildung klar: "Wir bauen es in die tägliche Arbeit ein und machen es mit allen Kindern." Damit das Thema den Kindern schnell vertraut wurde, haben wir pro Woche 2 Lektionen erarbeitet. Das ist ein guter Rhythmus für die Kinder. Wir selber in der Einrichtung erleben in vielen Situationen bereits ein leicht verändertes Verhalten der Kinder (Kinder erinnern sich untereinander - das haben wir doch bei FAUSTLOS so besprochen ....), aber es gibt auch viele Rückmeldungen der Eltern, die eine veränderte Umgehensweise bei ihren Kindern zu Hause oder beim Spiel auf der Straße erleben. Durch die Teilnahme aller Mitarbeiterinnen an der FB - (Informationsgleichstand) - und eine Durchführung mit allen Kindern - gibt es eine sehr ähnliche Umgehensweise bei und mit Konflikten. Dieses wirkt sich sehr positiv auf die Kinder und die gesamte Einrichtung aus. Wir sind sehr froh darüber und werden das Programm auch in den nächsten Jahren weiterführen.
Eine Anmerkung: Selbst mit unserern kleineren Kindern (2,5 Jahre - 3 Jahre) konnten wir es in "abgespeckter" Form und - natürlich nur auszugsweise - durchführen. Die Kleinen hatten ein gutes Einfühlungsvermögen bei den Bildkarten. Besonders froh sind wir, dass sich auch ein weiterer Kindergarten im Ortteil mit FAUSTLOS vertraut macht und es mit den angehenden Schulkindern durchführt.
Da der Förderverein unserer Kindertagesstätte durch die gesamte Kostenübernahme der Fortbildung die Teilnahme aller Mitarbeiterinnen ermöglicht hat - was sonst finanziell etwas schwierig geworden wäre - ist ihm dieses Thema ein großes Anliegen. Einige Kindertagesstätteneltern sind gleichzeitig auch Mitglieder im Förderverein der Grundschule vor Ort und werben dort nun intenstiv für FAUSTLIOS. Die Grundschule signalisierte schon Interesse! Mit viel Glück werden in Zukunft alle Kinder der beiden Kindergärten und der Grundschule am Projekt FAUSTLOS teilnehmen. Wir sind froh, dass es dieses Projekt gibt und sich andere Einrichtungen anschließen!
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Kindergarten
Ich nehme mir heute die Zeit, um Ihnen ein großes Lob für das Projekt „Faustlos“ zu sagen! Nach der Fortbildung war ich zuerst ein bisschen skeptisch, ob alles so klappt, wie es uns an diesem Tag erklärt wurde. Um so erfreulicher war es für mich und meine Kolleginnen, dass das Projekt total gut ankommt!
Zu Beginn des Kindergartenjahres informierten wir die Eltern und begannen gleich mit der Einheit I. Zum Neuanfang der Kinder und für das Gruppengeschehen war diese Einheit sehr gut geeignet. Die Kinder sind begeistert, das Personal auch und am Schönsten war, dass die Eltern über Veränderungen ihrer Kinder sichtlich erstaunt waren und uns täglich darauf ansprachen. Bei einem Elternabend waren die Reaktionen enorm! Die Einheit II haben wir nach einer kurzen Ferienpause begonnen. Für die Eltern gab es den ersehnten 2. Brief und nun sind wir gerade mittendrin. Jedes Mal, wenn ich mit meinem Heft komme, rufen die Kinder schon: „Oh toll, heute ist wieder Faustlos da!“ Es macht vor allem mit den Handpuppen sehr viel Spaß und alle Themen sind sehr kindgerecht gestaltet. Die Lektionen sind im Heft sehr gut vorbereitet, und alles ist gut umzusetzen. Ob die Aufwärm-Phase, die Diskussion oder die Modellrollenspiele – alles ist perfekt ausgearbeitet! Alle Kinder sind eine halbe Stunde konzentriert dabei, sogar unsere „Jüngsten“. Im Januar starten wir dann Einheit III und freuen uns schon jetzt darauf. Während des Vormittages können wir sehr oft beobachten, wie die Lektionen verarbeitet werden. „Was ist das Problem“ oder „Hast du eine Idee?“ – viele dieser Sätze fallen im Laufe des Tages. Und zu Hause gehen dann die Diskussionen weiter!
Wir möchten Ihnen danken, dass dieses Projekt in die Kindergärten gebracht wurde und natürlich danken wir Ihnen auch für den Koffer!
Ich hoffe, dass Ihre Institution noch viele gute Ideen für unseren Bereich entwickelt und danke Ihnen allen noch einmal herzlich.
Mit freundlichen Grüßen
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Kindergarten
Ich bin Erzieherin und habe das Curriculum Faustlos in einer Kindergartengruppe eines dreigruppigen Kindergartens durchgeführt.
Sehr begeistert war ich von Anfang an von den wunderschönen praxisorientierten Materialien im Faustlos-Koffer. Das Skript ist sehr gut durchdacht und ausführlich, was die Umsetzung in der Praxis sehr erleichtert. Persönlich liebe ich den Einsatz von Handpuppen in der pädagogischen Arbeit, was auch dieser Praxisteil beinhaltet. Zuerst ist es sehr empfehlenswert, die Literatur durchzuarbeiten und den Einstieg in das Projekt zu planen.
Praktisch sah es folgendermaßen aus: Jede Woche gab es zwei feste „Faustlostage“, Dienstag und Donnerstag. Weiter wurde das Curriculum den Eltern in Form eines Elternabends vorgestellt. Dieser Abend beinhaltete auch eine praktische Einheit, um zu verdeutlichen, wie die Arbeit mit den Kindern konkret aussah. Den Kindern zeigte ich zuerst ein selbst entworfenes Schild, in der Form eines Verkehrsschildes mit einer durchstrichenen Faust. Die Bedeutung des Schildes erkannten die Kinder sofort und immer wenn es an die Zimmertüre gehängt wurde, dann wussten die Kinder, dass es ein „Faustlostag“ war. Anschließend forderte ich die Kinder auf, sich den beiden Handpuppen vorzustellen, bevor ich ihnen die Namen der Puppen verriet. Die Kinder waren begeistert und freuten sich schon auf die erste Lektion. Wiederholt wurden folgende Fragen gestellt: „Wann fangen wir damit an?“, „Warum machen wir das nicht jeden Tag?“ „Freust du dich auch auf Faustlos?“.
Für das hochqualitative Bildmaterial aus dem Faustlos-Koffer habe ich den Kindern einen Platz gesucht, wo das jeweilige Bild bis zur nächsten Einheit aufgestellt wurde. Wir stellten sogar einen Rahmen aus Fotokarton und durchsichtiger Folie her. Dieser Rahmen diente einerseits zum Schutz und es wurde andererseits dem Material besondere Wertschätzung entgegengebracht. So trafen wir uns zum Vorphantasieren und zum Tagesabschluss vor dem jeweiligen Bild.
Auf die einzelnen Einheiten reagierten die Kinder sehr aufgeschlossen und begeistert. Schon nach ca. drei Wochen entdeckte ich bei den älteren Kindern in der Gruppe, dass sie Gefühle benannten im Spiel und die anderen Kinder darauf einfühlsam oder auch betroffen reagierten. Die Konfliktsituationen veränderten sich und auch das Bewusstsein der Kinder dafür! So erlebte ich einzelne Kinder viel sensibler, einfühlsamer und achtungsvoller anderen Kindern gegenüber schon nach kürzester Zeit.
Natürlich passen Bilderbücher zum Thema Sozialverhalten wunderbar zum Curriculum. Während des Bilderbuches „Der Regenbogenfisch“ meldeten sich die Kinder immer wieder zu Wort, um die Gefühle der beteiligten Figuren zu benennen und eventuelle Folgen zu erkennen. Ebenso erlebte ich Situationen bei religiösen Einheiten, so dass die Kinder bei der Erzählung „Der barmherzige Samariter“ sehr einfühlsam zum Abschluss den Inhalt in einem Rollenspiel textgetreu nachspielten und anschließend nach ihrem bisherigen Faustloswissen. Woraufhin die Kinder eifrig viele Ideen äußerten und bei dem zweiten Rollenspiel buchstäblich strahlten. Bei einem anderen Bibeltext äußerte ein Kind abschließend: „Du ich glaube der Jesus macht auch Faustlos!“
Weiterhin empfand ich die Durchführung von Faustlos auch eine gute Unterstützung für das Sprachverhalten der Kinder. So äußerten die Kinder mit Sprachdefiziten und geringem Wortschatz anfangs nur einzelne Wörter. Doch durch das stetige Vorphantasieren und dem Abschlussgespräch erkannte ich immer mehr Beteiligung und diese Kinder trauten sich in diesem respektvollen Kreis immer mehr zu, sich einzubringen. Auch die Rollenspiele erfordern viel verbale Kommunikation was anfangs sicher sehr viel Unterstützung bedarf, doch nach ca. vier Wochen waren sprachliche Erfolge bei einzelnen Kindern zu erkennen. Aus den einzelnen Wörtern wurden langsam Ein- bis Zweiwortsätze.
Die Teilnahmebereitschaft bei den einzelnen Lektionen war immer von allen Kindern vorhanden und durch Freude und Begeisterung sichtbar. Diese Basis stärkte natürlich die Kinder individuell bei den Anforderungen an sie. Außerdem finde ich den ständigen Kontakt zu den Eltern für sehr wertvoll und es kann eine tragende Basis für intensive Elternarbeit entstehen!
Da ich nun in einem anderen Kindergarten tätig bin, hoffe ich mein Team für dieses Curriculum begeistern zu können und es in naher Zukunft wieder durchzuführen. Wünschenswert wäre auch, dass die Bekanntheit von Faustlos zunehmen würde, z.B. durch diverse Öffentlichkeitsarbeit der durchführenden Einrichtungen.
Abschließende wünsche ich allen Interessierten an Faustlos viel Spaß und Erfolg bei der Durchführung!
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Grundschule
Unsere Schule hat sich geschlossen an dem Projekt beteiligt und gute Erfahrungen gemacht. Wir hatten in unserer letzten Lehrerkonferenz eine Aussprache über das Projekt. Übereinstimmend kamen wir zu der Überzeugung, dass vor allem in den Klassen, in denen der Klassleiter gleichzeitig Religionsunterricht erteilt - das war bei uns in der dritten und vierten Klasse der Fall - besonders große Wirkung erzielt werden konnte. Die Schüler wurden sensibilisiert, auf die Gefühle der Mitmenschen zu achten, genau zu beobachten und Ich-Botschaften zu formulieren. Ich habe darüber hinaus beobachtet, dass die Sprachkompetenz der Kinder ganz deutlich gesteigert werden konnte. Jedenfalls habe ich in dem Aufsatz "wie ich einmal so richtig wütend war...." beachtliche Resultate erzielt. Die Kinder freuen sich auf Faustlos. Das Rollenspiel spielt dabei eine ganz große Rolle.
In der ersten und zweiten Klasse verhinderten Stofffülle und der damit verbundene Druck eine regelmäßige Durchführung der Stunden, was allgemein bedauert wurde. Trotzdem wurden jeweils neun Unterrichtseinheiten gehalten, die bei den Kindern gut angekommen sind. An meiner Schule gab es im abgelaufenen Schuljahr Gott sei Dank sehr wenig Neigung, Konflikte gewaltsam zu lösen. Hoffen wir, dass eine Atmosphäre des gegenseitigen Wohlwollens an der Schule erhalten bleibt, im Kollegenkreis, unter den Schülern und in der Zusammenarbeit mit den Eltern, Sachaufwandsträgern und miteinander. Ich werde im nächsten Jahr mit Faustlos weiter machen. Meine Kolleginnen auch.
Ich möchte nicht schließen, ohne mich vorher für die Unterstützung bedankt zu haben, die uns zuteil geworden ist.
Mit freundlichen Grüßen
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Kindergarten
Meine Mitarbeiterinnen äußerten den Wunsch, sich zuallererst intensiv mit dem Programm vertraut zu machen, bevor die Arbeit mit den Kindern beginnen sollte. So haben wir nach Laternen- und Weihnachtsstress in aller Ruhe und mit guter Vorbereitung mit dem Faustlos-Programm beginnen können. Dies wurde von uns in zwei Zeitungen der Region angekündigt. Kinder und Erzieherinnen waren von den ausführlich ausgearbeiteten Lektionen begeistert. Anlässlich eines Elternabends und durch die regelmäßigen Info-Briefe wurden unsere Kindergarteneltern miteinbezogen. Vor jeder Gruppentür haben wir einen Platz vorgesehen, an dem dokumentiert wird, was gerade im Programm Faustlos durchgenommen wird. An einem "Tag der offenen Tür" wurde unter anderem das Faustlos-programm der interessierten Öffentlichkeit präsentiert. Viele Kolleginnen aus dem Vorder- und Hintertaunus kamen extra deswegen zu uns, weil sie davon gehört haben. Die Resonanz auf die Arbeit mit dem Faustlos-Programm ist bis zum heutigen Tage sehr groß. In einer Sitzung der Leiterinnen wurde von mir das Programm vorgestellt. Eine unserer Gruppenleiterinnen ging zu Teamsitzungen von zwei Kindergärten der Stadt und berichtete über Ihre Erfahrungen in der praktischen Anwendung von Faustlos. Dies hatte zur Folge, dass nun drei der sechs Kindergärten der Stadt den Wunsch geäußert haben, auch mit Faustlos zu arbeiten. Eine Kindergartenmutter von uns, die zwei Kinder in der Grundschule hat, ist an Schulleitung und Elternbeirat herangetreten und hat einigen Lehrerinnen von Faustlos berichtet. Mehrere Lehrerinnen zeigten sich interessiert und sind bereit, in ihrer Klasse mit Faustlos zu arbeiten, sobald die Finanzierung der Maßnahme geklärt ist. Der Förderverein der Grundschule hat sich der Sache angenommen und nun muss man abwarten, ob es klappt.
Nun bleibt mir nur noch das Allerwichtigste zu berichten, nämlich welche Auswirkungen das Faustlos-Programm innerhalb unserer Einrichtung hatte und immer noch hat. Das Zusammenleben in unserem Haus hat mit Kindern und Erzieherinnen eine neue Qualität erlangt, die alle Beteiligten betrifft. Der Umgang miteinander, Kinder untereinander sowie Erzieherinnen mit Kindern und Eltern ist freundlich, harmonisch und stressfreier geworden. Jeder, der unser Haus betritt, bescheinigt uns eine fröhliche und positive Atmosphäre, an der Faustlos sicher einen großen Anteil hat.
Ein großes "Dankeschön" an Sie und alle Mitarbeiter des Heidelberger Präventionszentrums.
Es grüßt recht herzlich
das Kindergarten-Team
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Kindergarten
Faustlos durchs Leben zu gehen – ein Wunsch, den wir alle haben; für uns und besonders für unsere Kinder. Wir wollen Kinder stärken, ihnen Hilfen geben und Lösungen aufzeigen, um mit dem aggressiven Verhalten anderer oder auch mit der eigenen Wut und dem eigenen Ärger besser umgehen zu können. Für die Kinder, die in die Schule kommen, ist ein gutes Sozialverhalten eine wichtige Voraussetzung, um im Schulalltag zu bestehen.
Das war unsere erste Einladung zu einem Informationselternabend im Januar 2004. Seit dieser Zeit ist Faustlos zu einem festen Bestand unserer pädagogischen Arbeit mit den Vorschulkindern geworden. Alle Erzieherinnen waren zu Fortbildungen und unsere langjährigen Erfahrungen mit Faustlos haben wir schon vielen Kitas weitergegeben. Vor einigen Wochen ging dann ein langjähriger Wunsch in Erfüllung: Die Grundschule hat sich bereit erklärt, Faustlos ins Schulprogramm aufzunehmen. Ein schöner Erfolg und die Bestätigung für uns: „Wir machen weiter!“
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Grundschule
Liebes Faustlos-Team!
Gerne nutze ich die Gelegenheit, Ihnen eine Rückmeldung über unsere Arbeit mit dem Faustlos- Programm zu geben. Die Paul-Gerhardt-Schule ist eine Gemeinschaftsschule mit Kindern aus ca. 20 Nationen. • Wir sind durch einen Hinweis einer Schule im Rhein-Siegkreis vor fast sieben Jahren auf das Programm gestoßen. • Wir konnten die nicht unerheblichen Kosten für das Unterrichtsmaterial und die Fortbildung durch Mittel der Robert-Bosch-Stiftung bestreiten. Wir waren Partnerschule beim Projektverbund „Gesunde Schulen“ (neben der Gesamtschule Bornheim und der IGS Beuel und der Realschule Beuel) von 2001-2004.
Start war, nach einer Fortbildung eines Teams der Schule, im Jahr 2002. Seitdem arbeiten alle Klassen der Schule mit Faustlos. Die Verbindlichkeit ist im Schulprogramm festgelegt. Die Eltern unterstützen aktiv unsere Arbeit. Alle neuen Eltern werden gleich beim einführenden Elternabend vor der Einschulung über das Programm informiert. Die Schulleiterin erfragt in halbjährlichem Abstand den jeweiligen Stand in den Klassen.
• Geplant war von den Autoren ein Durchlauf vom 1. bis zum 3. Schuljahr. Wir haben den Beginn in das 2. Halbjahr des 1. Schuljahres gelegt und arbeiten auch noch im 4. Schuljahr daran. • Nach dem ersten Durchlauf haben wir nach Rücksprache mit Ihnen eine Evaluation bei den beteiligten Lehrerinnen durchgeführt. Wir können sagen: „Faustlos“ löst nicht alle Probleme mit allen Kindern! Sehr wohl zeigen sich bei vielen Kindern Veränderungen. Kinder lernen andere Lösungen für ihre Probleme kennen. • Das Programm schult in hohem Maße die Sprachkompetenz der Kinder.
2006 hat die örtliche Zeitung „Generanzeiger“ uns in seiner Schulserie mit dem Faustlos-Programm beschrieben. Wir haben durch die externen Schulinspektoren im August 2007 bestätigt bekommen, dass die Schule ein sehr gutes Sozialklima hat! Zu unserer Freude hat einer der mit uns kooperierenden Kindergärten auch mit dem Programm begonnen.
Mit freundlichen Grüßen
Schulleiterin
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Kindergarten
Faustlos im ev. Kindergarten St. Trinitatis
Seit dem Jahr 2004 arbeiten wir wöchentlich mit dem Gewaltpräventionsprogramm. Jede, unserer fünf Gruppen, vermittelt den Kindern die gewaltfreie Lösungskonzepte. Faustlos wird von den Kindern gut angenommen, die Arbeit mit den Handpuppen bietet den Kindern eine abwechslungsreiche Methodik. Die Kinder akzeptieren sie als „Lehrer“ und können sich gut mit ihnen identifizieren. Somit übernehmen sie die Rolle des „dritten“ Erziehers. Durch die Rollenspiele und das bewusste Auseinandersetzen mit bestimmten, praxisnahen Konfliktsituationen finden sich die Kinder im Alltag wieder. Oftmals werden die besprochenen Situationen dann sogar später im Miteinander erprobt.
Wir sehen die Arbeit mit dem Programm als bereichernd und empfehlenswert an. Es ist eine sinnvolle Unterstützung und Ergänzung in unserer täglichen pädagogischen Arbeit.
Wer wir sind? Wir sind der ev. Kindergarten St. Trinitatis im Landkreis Goslar der Gemeinde Liebenburg. In unserer Einrichtung betreuen wir 95 Kinder im Alter von 2 – 10 Jahren. Diese Kinder teilen sich auf in vier Vormittagsgruppen, eine Nachmittagsgruppe und eine Schulnachbetreuung. Von den vier Vormittagsgruppen gibt es eine Kleinkindgruppe mit Kindern im Alter von zwei bis drei Jahren und eine Integrationsgruppe, die vier Kinder mit Behinderungen und 14 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut und bildet.
Unser Bildungs- und Betreuungsangebot ist werktags von 7.30h – 17.00h. Faustlos ist ein fester Bestandteil unseres Wochenplans. Des Weiteren bieten wir die unterschiedlichsten Bildungsangebote an. Ein wesentlicher Aspekt ist die Bewegung. Die Kinder haben die Möglichkeit an folgenden Angeboten teilzunehmen: Wandern, Hengstenberg, Psychomotorik, Rhythmik, Turnen. Des Weiteren bieten wir altersspezifische Angebote an, wie z.B. Vorschulprogramm und Kindergartenplus, sowie Kleinkindangebote. Kreativangebote, wie das Töpfern, das Werken mit Holz und das Arbeiten mit Farben, finden sich in unserer Arbeit wieder.
Unsere pädagogische Arbeit wird begleitet und gelebt durch den christlichen Glauben. Wir möchten die Kinder mit ihren Familien begleiten und gemeinsam sinnstiftend und glaubenseröffnend agieren.
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Grundschule
An der Lyngsbergschule in Bonn – Bad Godesberg (www.lyngsbergschule.de) unterrichten wir nun schon seit etwa drei Jahren das Faustlos-Curriculum. Mit jeweils einer Wochenstunde setzen sich unsere Schülerinnen und Schüler aktiv mit ihren Gefühlen, mit gewaltfreien Problemlösestrategien sowie mit sozial verträglichen Umgangsformen auseinander. In Rollenspielen werden die gewünschten Verhaltensweisen veranschaulicht und eingeübt. Wir bemühen uns, dass jeder Klassenlehrer die Faustlos-Stunden selber in seiner Klasse unterrichtet, damit die trainierten Verhaltensmuster auch im schulischen Alltag immer wieder aufgegriffen, vertieft und positiv verstärkt werden können. In den Fällen, in denen dies nicht möglich ist, übernimmt meist der Religionslehrer die Faustlos-Stunden. Ergänzt wird das Curriculum durch themenbezogene Bilderbücher wie zum Beispiel „Finn Faustlos“, „Gefühle sind wie Farben“, „Irgendwie Anders“ oder „Probier`s mal mit Entschuldigung“. Zudem werden aktuelle Probleme der jeweiligen Klasse stets aufgegriffen und im Modell gelöst. Die Eltern werden zu Beginn einer neuen Einheit schriftlich über die jeweiligen Lernziele informiert und erhalten Vorschläge, wie sie auch Zuhause die gewünschten Verhaltensweisen einüben und fördern können. Hier wäre eine intensive Elternarbeit notwendig, um festzustellen, inwieweit die Eltern tatsächlich Zuhause die im Elternbrief unterbreiteten Vorschläge aufgreifen und umsetzen. Die Schülerinnen und Schüler zeigen sich in den Faustlos-Stunden sehr engagiert und beherrschen die Schritte zur Problemlösung in der Theorie vorbildlich. Wir stellen jedoch im täglichen Umgang fest, dass die Kinder die Verbindung von Theorie und Praxis häufig noch nicht bewerkstelligen können. Vor allem in den Pausen, in denen die Kinder klassenübergreifend zusammenkommen, fällt es ihnen schwer, in akuten Problemfällen die eingeübten Verhaltensweisen anzuwenden.
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Kindergarten
1. Vorstellen der Einrichtung
Wir sind eine sechs-gruppige Kindertagesstätte in Koblenz-Neuendorf. Zur Zeit besuchen 132 Kinder unterschiedlicher Nationalität von 2 Jahren bis zur Einschulung unsere Einrichtung. 1994, ein Jahr nach der Eröffnung, erhielt unsere Kindertagesstätte die Anerkennung als „Spiel- und Lernstube“ (s. Kindertagesstättengesetz ). „Generell gelten für uns die Bestimmungen des Kindertagesstättengesetzes, unser Auftrag ist es, die Gesamtentwicklung des Kindes zu fördern und durch allgemeine und gezielte erzieherische Hilfen und Bildungsangebote sowie durch differenzierte Erziehungsarbeit die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des Kindes anzuregen, seine Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern und soziale Benachteiligungen möglichst auszugleichen.“ (Kindertagesstättengesetz RLP §2,1)
Die Arbeit mit Kindern aus überwiegend sozial schwachen Familien und mit unterschiedlichen Herkunftsländern unterscheidet sich jedoch in einigen wesentlichen Punkten von der Arbeit in Einrichtungen, die von überwiegend oder ausschließlich deutschen Kindern besucht wird, die zudem aus „gut bürgerlichen Verhältnissen“ stammen.
2. Wie sind wir auf „Faustlos“ aufmerksam geworden?
In einer Team Fortbildung zum Thema „Wenn ein Kindergartenkind aggressiv ist!“ haben wir von „Faustlos“ erfahren. Durch den Fortbildungsreferenten, Herrn Prinz, Mitarbeiter der kath. Lebensberatungsstelle Trier/Koblenz, ist das Arbeitskonzept vorgestellt worden. Über ihn und sein Büro sind die ersten Kontakte nach Heidelberg zum Präventionszentrum geknüpft worden. Das Team hat sich im Herbst 2003 zu einer Gesamtfortbildung angemeldet, die von Frau Ullrich durchgeführt wurde. „Faustlos“ ist ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit geworden. Mittlerweile sind fünf Erzieherinnen zertifizierte „Faustlos-Erzieherinnen“. Zudem wurde im September 2008 die Kindertagesstätte als „Faustlos-Kindergarten“ ausgezeichnet.
3. Praktische Durchführung
Geplant ist, dass alle Kinder der Einrichtung das „Faustlos-Programm“ mindestens zwei mal in ihrer Kindergartenzeit erleben und erarbeiten. Die Umsetzung orientiert sich an den Vorgaben des Curriculums und der einführenden Fortbildung und sieht vor, dass die Kinder im Alter von ca. vier Jahren und im letzten Kindergartenjahr daran teilnehmen. Die durchführenden Gruppen wählen einen „Faustlos-Tag“ an denen die Einheiten durchgeführt werden und betten die erarbeiteten Elemente in den Gruppenalltag ein. Zu den einzelnen Themenschwerpunkten werden Bilderbücher, Spielkreise, Lieder und vieles mehr vertiefend genutzt. Zusätzlich bestärken wir die Kinder die erlernten Schlüsselfähigkeiten der einzelnen Einheiten im Alltag zu nutzen und umzusetzen. Besonders positive Erfahrungen haben wir und die Kinder in der Einhaltung der Gesprächsregeln und den kurzen aber intensiven Konzentrationsphasen gemacht. Die durch „Faustlos“ gelernten sozialen Fertigkeiten und das geübte Konfliktlösungsverhalten sind wichtige Basiskompetenzen für den Übergang in die Grundschule und geben den Kindern unter anderem Sicherheit und Orientierung. "Faustlos" bietet die Möglichkeit die Kinder im Ausbau der Sprache zu fördern. Durch die klaren Benennungen und Beschreibungen in den Einheiten erweitert sich der Wortschatz.
Das Programm „Faustlos“ stärkt die persönliche Entwicklung und das Selbstvertrauen des jeweiligen Kindes und trägt zu einer positiven Atmosphäre in der ganzen Einrichtung bei.
4. Abschließende Einschätzung als „Faustlos-Erzieherin“
Unserer Einschätzung nach ist für die Durchführung von „Faustlos“ eine kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Konfliktverhalten und der Empathiefähigkeit erforderlich. Die stetige Reflexion bietet viel Raum, die eigene Fähig- und Fertigkeiten weiterzuentwickeln und das eigene Wirken auf die Kinder- und Zielgruppe anzupassen. Auch im Austausch mit dem Kollegium lassen sich Schlüsselkompetenzen und aktuelle Situationen reflektieren. Es macht Spaß sich immer wieder auf neue Lernprozesse einzulassen und die Kindergruppen in ihrer „Faustlos“-Entwicklung zu begleiten.
Wenn Sie beim Lesen auf uns aufmerksam geworden sind und Sie gerne einen persönlichen Austausch mit uns wünschen, nehmen Sie Kontakt zu uns auf.
Für das Pädagogische-Team der Städt. Kindertagesstätte „Pusteblume“, Koblenz Bianca Pehlivan-Alt und Stephanie Müller (Stellvertretende Leitung)
Städt.Kindertagesstätte „Pusteblume“ Leitung: Cornelia Dünwald Hans- Bellinghausen - Str. 95 56070 Koblenz Fon: 0261-86152 Fax: 0261-9635784 E-Mail: kita.pusteblume@stadt.koblenz.de
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Kindergarten
Als wir von der Förderung für das Programm Faustlos über das Land erfuhren wussten wir gleich, dass wir uns Anmelden wollten. Wie wir dann ausgewählt wurden freuten wir uns schon auf die eintägige Fortbildung. Durch die Einführung haben wir einen guten Einblick in das Programm bekommen. Selbst wurden verschiedene Einheiten ausprobiert und sich im Anschluss ausgetauscht. Wir konnten uns gut vorstellen Faustlos in den Gruppen umzusetzen. So hat sich jede Gruppe überlegt, wie es am Besten in den Alltag der Gruppe umzusetzen ist. Die einen haben die Gruppe für das Programm in zwei Gruppen mit ca. 12. Kindern geteilt und die anderen führten es als Gesamtgruppe durch. Wir Erzieherinnen empfinden das Programm gut durchdacht. Die Arbeitshilfen sind gut strukturiert und lassen sich in der Gruppe gut durchführen. Die Situationen und Beispiele aus dem Programm kommen aus dem Erfahrungsfeld der Kinder. Die Kinder arbeiten gut mit. Sie können sich gut in die Situationen einfühlen. Gegebenenfalls sind die Einheiten auch gut auf die Kinder in der Gruppe umzustellen / abzuändern. Als Ritual für den Einstieg sowie den Ausklang jeder Stunde singen wir das Lied: Ich zeige Dir… Faustlos nimmt während der Durchführung viel Raum und Zeit im Kindertagesstättenalltag ein. Andere Angebote müssen in dieser Zeit zurücktreten. Man muss als Einrichtung für sich entscheiden welche Programme, Themen etc. man umsetzt. Da wir das Programm sehr positiv in der Umsetzung und Wirkung auf die Kinder erleben werden wir es alle 1 _ bis 2 Jahre in der Gruppe durchführen. Wünschenswert wäre wenn das Programm auch in der 1. Klasse der Grundschule noch einmal Raum einnehmen würde.
Kindertagesstätte Binsenkörbchen
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Kindergarten
Unser 1. Faustlos-Projekt haben wir mit unseren mittleren Kindern (4+5-Jährigen) begonnen. Einmal in der Woche war nun unser „Faustlos-Tag“, der sowohl bei Kindern, Eltern und auch den Erzieherinnen grundsätzlich gut ankam. Ansonsten haben die Kinder oft nachgefragt, wann denn nun endlich wieder Faustlos ist. Besonders beliebt waren die Handpuppen, die auch immer zur Begrüßung oder zum Abschied von jedem gestreichelt werden wollten. Viele Kinder beteiligten sich auch besonders gerne bei den Rollenspielen; auch diejenigen, die sonst eher ruhig und zurückhaltend sind. Die Themen in den einzelnen Abschnitten waren für die Kinder sehr spannend wie auch alltagsnah. Oft konnten sich die Kinder sehr gut erinnern an eigene erlebte Situationen oder aber auch, wenn das Thema schon in den letzten Abschnitten konkret war. Besonders schön war es anzusehen, wenn Kinder sich auch noch in aktuellen Krisensituationen untereinander bewegten und man dann einen zum anderen flüstern hörte: „ Weißt Du noch; in Faustlos; Du musst Dich zuerst beruhigen, und dann …!“ Sehr schwierig war es den Kindern die Begriffe „fair“ und „unfair“ beizubringen. Diese Wörter waren sehr vielen Kindern nicht bekannt. Wir haben es schließlich umformuliert in: „Ist das O.K. oder ist es nicht O.K.?“ Oft hatten wir auch Besuch von anderen Kindern, die eigentlich nicht im Faustlos-Projekt drin waren, und auch von Müttern, die interessiert waren. Nach jeder Einheit gab es für die Eltern auch noch einen Aushang, was sehr viel Zeit gekostet hat. Trotzdem wollen wir für nächstes Jahr wieder eine Faustlosgruppe gründen und hoffen, dass diese wieder genauso gut ankommt. LG, Kiga. VILLA KUNTERBUNT
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Kindergarten (integrativ, Montessori)
Hallo,
meine Kollegin und ich führen das Programm „FAUSTLOS“, seit August letzen Jahres zweimal wöchentlich, mit den Schulkindern durch. Besonderen Spaß zeigen die Kinder an den Rollenspielen und natürlich den Handpuppen (Ruhiger Schneck und Wilder Willi).Es hat eine Zeit gedauert bis die Kinder anfingen das Projekt in den Kindergartenalltag zu transportieren, aber es zeigt Wirkung! Häufig benötigen die Kinder noch kleine Denkanstöße, können das Gelernte dann jedoch meist selbstständig umsetzen. Niklas und Tim spielen in der Bauecke und bauen eine Garage für die Fahrzeuge, da nimmt Tim dem Niklas ein Auto weg. Niklas wird sauer, fängt laut an zu schimpfen und ruft nach der Erzieherin, die den Konflikt nun für ihn lösen soll. Den Streit bekommt Nina mit, geht in die Bauecke und sagt:“Mensch Niklas ihr sollt doch mit einander reden“! Niklas beruhigt sich daraufhin und sagt zu Tim: “Tim, gib mir bitte das Auto zurück, ich hatte es zuerst.“ Tim gibt Niklas das Auto zurück und beide spielen weiter zusammen in der Bauecke. mit feundlichem Gruß Jasmin Schmickler
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